5 Gründe, warum eine Vollformat Kamera für Profis besser ist

Vollformat das beste Sensorformat

Vollformat, APS-C oder Micro Four Thirds: Wenn es um die Größe des Sensors geht, streiten sich die Geister. Nicht ohne Grund, denn alle Sensorgrößen haben ihre Vorteile. MFT-Kameras sind klein und handlich – mit großer günstiger Objektivauswahl. Vollformat-Kameras hingegen sind oft groß, schwer und klobig. Warum ich denke, dass eine Vollformat Kamera trotzdem besser für Profi-Fotografen ist, erfährst du jetzt:

Grund 1: Das Bokeh ist unschlagbar

Hier streiten sich die Geister: Ist das Bokeh in Bildern wirklich so wichtig? Kann man nicht mit einem Micro Four Thirds Sensor genauso tolle Hintergrundunschärfe erzielen?

Meiner Meinung nach nicht wirklich. Mittlerweile hatte ich eine MFT-, APS-C und Vollformat-Kamera in meinem Besitz. Mein Fazit: Das Bokeh bei Vollformat-Kameras ist wirklich unschlagbar.

Und es fühlt sich ungezwungen an! Mit MFT- oder APS-C-Kameras hatte ich immer das Gefühl, dass man sich extra Mühe geben muss, um diesen Bokeh-Look zu erzeugen.

Bei meiner Sony A7III, einer Vollformat Kamera, in Verbindung mit einem lichtstarken Objektiv, wie dem Zeiss Batis 85mm F1.8, ist das nicht so. Das Bokeh wirkt so natürlich, wie ungezwungen.

Der 3D-Effekt

Dadurch wirkt das Objekt oder der Mensch, den man fotografiert, viel präsenter und echter – ja, man kann schon fast von einem 3D-Effekt sprechen. Besonders im Gespräch mit dem Model erzeugt dieser 3D-Effekt häufig ein „Wow“.

Ob das ein Muss ist, muss jeder selbst entscheiden, aber für mich macht dieses ungezwungene Bokeh den Unterschied. Nicht nur bei Fotos, sondern auch bei Videos: Besonders in Interviewsituationen hilft es, weniger vom Hintergrund zu sehen, denn der Fokus liegt auf den Personen.

Sony A7III mit dem Zeiss Batis 85 F1.8

Da Interviewsituationen häufig in schwierigen Raumverhältnissen vorkommen, hilft es, den Hintergrund ausblenden zu können. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Sensor nichtsdestotrotz in Studio-Situationen eher irrelevant ist. Hier kommt es vor allem auf die Lichtverhältnisse an.


Was ist Bokeh beim Fotografieren?

Im Kontext der Foto- und Videoproduktion wird der Begriff Bokeh für die Qualität und Abbildung der Unschärfe im Bildausschnitt genutzt. Die Unschärfe im Hinter- oder Vordergrund bildet sich aus vielen verschiedenen Faktoren: Objektiv, Kamerasensor, Abstand zum Objekt, Brennweite und Blendenwert.

Welche Blende für Bokeh?

Hier gilt die Regel: Je kleiner der Blendenwert ist, desto eher entsteht ein schönes Bokeh, also die Unschärfe im Hintergrund. In der Regel liegen Blendenwerte für ein besonders weiches Bokeh im Bereich F1.2 – F2.8.


Grund 2: Die Dynamic-Range ist besser

Arbeitet man häufig mit Bilddateien, die sich im RAW-Format befinden, ist die Dynamik-Range besonders wichtig. Dynamic-Range ist im Bereich der Fotografie mit dem Umfang der abgebildeten Farben zu beschreiben. Je höher die Dynamic-Range einer Kamera ist, desto mehr Spielraum habe ich am Ende bei der Bildbearbeitung in Tools wie Adobe Lightroom.

Nachbearbeitung ohne Probleme

Vollformat-Kameras haben durch ihren großen Sensor bessere Fähigkeiten, was diese Eigenschaft angeht. In der Praxis bedeutet das, dass ich Bilder besser bearbeiten kann, die sowohl sehr dunkle als auch helle Flächen haben. Damit sind Bilder gemeint, die beispielsweise in der prallen Sonne eine Person in der Sonne und im Schatten abbilden. Ist die Dynamic-Range der Kamera gering, muss ich mich entscheiden: Will ich die Person in der Sonne belichten, oder die im Schatten.

Dynamikumfang bei Vollformat
Ohne den starken Dynamikumfang der Sony A7III hätte man die schattigen Teile nicht gut gesehen.

Habe ich eine Kamera, wie die Sony A7III, die einen großen Dynamikumfang abdeckt, muss ich mich nicht zwangsläufig entscheiden: Ich kann im Grunde eine Person richtig belichten und den Rest später optimieren. In der Nachbearbeitung kann ich dann dann den Schatten fast ohne Qualitätsverlust aufhellen. Das macht den Vollformatsensor so wertvoll, wenn es um den Dynamikumfang geht.

Grund 3: Die Objektivauswahl ist unschlagbar

Die Auswahl von tollen Objektiven ist besonders im Bereich der Vollformatkameras überwältigend. Warum als eine Vollformat Kamera?

Weil Vollformatkameras häufig für Profis konzipiert werden: sei durch professionelle Funktionsmöglichkeiten, tolle Verarbeitung oder die Wetterbeständigkeit bei Kameras.

Genau aus diesem Grund findet man das hochwertigste Glas auf dem Markt auch fast nur für Vollformatkameras.

Teuer aber toll

Objektivauswahl Vollformat

Die Auswahl bei Sony, Nikon und Canon reicht von Einsteigerobjektiven, wie einem Sony 50mm F1.8, bis zu Profiobjektiven, wie dem Sony GM 24mm F1.4. Diese wirklich teuren Objektive sind absolute Weltklasse und zeichnen sich durch exzellente Abbildungsqualität aus, die bei Micro Four Thirds oder APS-C Objektiven häufig einfach nicht zu finden ist.

Grund 4: Hohe Auflösung heißt Flexibilität

Viele Kameras mit Vollformatsensor zeichnen sich durch eine hohe Auflösung auf. Schaut man auf Kameras, wie die Sony A7RIV oder Canon EOS R, sind Megapixelwerte über 30 Megapixel keine Seltenheit. Braucht man viele Megapixel bei einer Kamera? Das kommt ganz auf die Verwendung an. In der Regel ist es für den täglichen Einsatz egal, ob deine Kamera 24 oder 42 Megapixel hat. ABER: Insbesondere bei professionellen Fotoshoots ist die hohe Auflösung von Vorteil.

Crop Vollformat

Ob professioneller Druck oder einfach die Möglichkeit zu Croppen: Vollformatkameras ermöglichen es, flexibel mit dem Dateien umzugehen und zu verwerten. Bei Videoaufnahmen sieht das schon wieder anders aus. Hier ist eine geringe Auflösung meistens sogar von Vorteil, da die Low-Light-Fähigkeiten besser werden.

Grund 5: Die effektive Brennweite

Vollformatkameras haben den entscheidenen Vorteil, dass die Brennweite, die ein Objektiv hat, effektiv abgebildet wird. Als Einsteiger lernen wir alle, was es bedeutet, mit unterschiedlichen Brennweiten zu fotografieren.

Nutzt man nun aber eine Kamera unter 1000 Euro wird man zwangsläufig einen APS-C oder MFT-Sensor an Bord haben. Hier kommt es zum sogenannten Crop-Effekt: Die effektive Brennweite wird durch den kleineren Sensor verändert.

So wird aus einem 50mm Objektiv bei einem MFT-Sensor auf einmal ein 80mm Objektiv (Crop-Faktor 1,6). Diesen Crop-Faktor muss man immer beachten und beim Kauf des nächsten Objektives im Hinterkopf haben. Diese Einschränkung gilt bei Vollformatkameras nicht.

Sony A7III mit dem Zeiss Batis 85 F1.8
Sony A7III mit dem Zeiss Batis 85 F1.8

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1 Gedanke zu „5 Gründe, warum eine Vollformat Kamera für Profis besser ist“

  1. Naja, die Sache mit dem Cropfaktor ist nicht immer nur ein Nachteil bei MFT. Wenn ich als Tierfotograf eine wirklich lange Brennweite benötige kann ich mir bei MFT ein 100-400mm Panasonic-Leica Objektiv für 1400 Euro zulegen. Das entspricht einem auf Kleinbild bezogenem Brennweitenbereich von 200-800mm. Das kann man als Kleinbildlinse ja mal suchen…(und dann auch die Größe und das Gewicht der Linsen mal vergleichen!)
    Dieser Vorteil wird bei Weitwinkel natürlich zum Nachteil für MFT (14mm Kleinbild sind 7mm MFT).
    So ganz einfach ist das also nicht mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Systeme. Da spielt ganz entscheiden das jeweilige Einsatzgebiet eine Rolle.

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